Waltaska & Cierre de Matriz
Rituale des Schließens, Haltens und Übergangs
Es gibt Momente im Leben, in denen etwas zu Ende geht und etwas Neues beginnt. Eine Geburt, eine Trennung, eine persönliche Veränderung oder der Abschluss eines wichtigen Lebensabschnitts können das Bedürfnis entstehen lassen, innezuhalten, das Erlebte zu würdigen und bewusst einen Übergang zu gestalten.
Ich verbinde in meiner Arbeit zwei traditionelle Schließungsrituale, die ich in unterschiedlichen Traditionen kennengelernt und erlernt habe: das Waltaska aus der Andenregion Lateinamerikas und das mexikanische Ritual Cierre de Matriz.
Waltaska – gehalten und umhüllt
Beim Waltaska-Ritual wird der Körper mit einem großen weißen Tuch umhüllt und gehalten. Das Tuch bildet einen schützenden Raum. Es lädt dazu ein, innezuhalten, nach innen zu lauschen und dem eigenen Erleben Raum zu geben. Das Umschließen wird dabei als symbolischer Akt des Haltens und Schließens erlebt. Ein Lebensabschnitt darf gewürdigt und bewusst abgeschlossen werden, bevor sich der Blick wieder nach vorne richtet.
Cierre de Matriz – in sieben Rebozos gehalten
Das mexikanische Cierre de Matriz wird traditionell mit mehreren Rebozos durchgeführt. In meiner Arbeit wird die Frau dabei mit sieben Rebozos achtsam umwickelt und gehalten. Jeder Rebozo umschließt einen bestimmten Körperbereich. So entsteht Schritt für Schritt ein Gefühl von Begrenzung, Halt und Sammlung. Das Ritual schafft einen Raum, in dem du dich zurückziehen, loslassen und ganz bei dir ankommen darfst. Die sieben Rebozos können dabei als symbolische Wegbegleiter durch einen persönlichen Übergang verstanden werden – von dem, was war, hin zu dem, was werden darf.
Beide Rituale tragen die gleiche Intention in sich: Die Frau wird gehalten, umhüllt und für einen Moment in einen geschützten Raum zurückgeführt. Das bewusste Schließen und Umschließen des Körpers kann dabei zu einem kraftvollen Symbol für Abschluss, Sammlung, Geborgenheit und Neubeginn werden.
Für wen kann das Ritual passend sein?
Das Ritual kann dich begleiten, wenn du einen besonderen Lebensabschnitt bewusst abschließen möchtest, zum Beispiel:
- nach einer Geburt
- nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch
- nach einer Trennung oder einem Verlust
- während oder nach einer intensiven Lebensphase
- in Zeiten persönlicher Veränderung und Neuorientierung
- im Übergang in die Wechseljahre
- oder einfach dann, wenn du spürst: Etwas in mir möchte abgeschlossen werden.