Cierre de Matriz
Ein Ritual des Schließens, Haltens und Neubeginns
Das Cierre de Matriz ist ein traditionell inspiriertes mexikanisches Schließungsritual, das Frauen dabei begleiten kann, einen Lebensabschnitt bewusst zu würdigen, zu integrieren und sich für das Neue zu öffnen.
Der Begriff „Cierre de Matriz“ wird mit „Schließen der Gebärmutter“ übersetzt. Im Ritual wird die Frau mit sieben Rebozos achtsam an verschiedenen Körperbereichen umwickelt und für einen Moment gehalten. Dabei entsteht ein geschützter Raum, in dem du innehalten, zur Ruhe kommen und dich wieder ganz mit dir selbst verbinden darfst.
Sieben Rebozos – sieben Momente des Haltens
Schritt für Schritt werden die sieben Rebozos angelegt. Jedes Rebozo umschließt einen Bereich des Körpers und schenkt dabei ein Gefühl von Halt, Begrenzung und Geborgenheit. Das Umschließen geschieht nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf symbolischer Ebene. Es schafft einen Raum, in dem das Erlebte bewusst wahrgenommen und in die eigene Lebensgeschichte integriert werden darf.
Nicht loslassen – sondern integrieren
Im Zusammenhang mit dem Cierre de Matriz wird häufig von „Abschließen“ und „Loslassen“ gesprochen. Aus der Perspektive der Cosmovisión des Curanderismo steht jedoch nicht das Loslassen im Sinne von „etwas hinter sich lassen“ oder „etwas loswerden“ im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um Integration. Das, was erlebt wurde, darf seinen Platz in der eigenen Geschichte finden. Erfahrungen müssen nicht verdrängt, abgeschnitten oder zurückgelassen werden. Sie dürfen gewürdigt, angenommen und in das eigene Sein integriert werden. So wird das Schließen zu einem bewussten Moment des Sammelns und Ganzwerdens.
Während dem Cierre de Matriz darfst du dich halten und tragen lassen. Du darfst dir Zeit nehmen, nach innen zu lauschen und wahrzunehmen, was in dir bewegt werden möchte. Das Ritual öffnet einen geschützten Raum, in dem das Vergangene gewürdigt werden darf und gleichzeitig Raum für das entsteht, was vor dir liegt.
Traditionell wird da Ritual im Wochenbett jeweils am 7., 15. und 40. Tag nach der Geburt durchgeführt.
"Die Richtung eines neuen Weges, kann sich erst zeigen, wenn wir die Richtung des vorangegangenen Weges erkannt, anerkannt, gewürdigt und abgeschlossen haben. Das ist die Weisheit der Gebärmutter."
Valeria Almarales